Ein privates Backtest-Projekt
Keine Prognosen, keine Bauchentscheidungen. Eine feste Formel kauft Aktien mit dem stärksten Trend, verkauft sie wieder, sobald der Trend kippt — über fünf unabhängige Indizes, damit kein einzelnes Land das Ergebnis bestimmt.
Die Idee
Wir kaufen systematisch die Aktien mit der stärksten Trendbeschleunigung relativ zu ihrer eigenen Kurshistorie in mehreren unabhängigen Märkten, mit fest reservierten Kapital-Slots pro Markt — und tauschen sie aus, sobald ihr Trend nachlässt.
Reines Buy&Hold hält jede Aktie bis zum bitteren Ende — auch durch jeden Crash. Der Backtest zeigt: aktives Ein-/Aussteigen senkt in 4 von 5 Märkten den maximalen Verlust massiv, bei gleichzeitig höherer Rendite.
Wer nur auf den S&P 500 setzt, hängt komplett am amerikanischen Markt. Fünf gleichgewichtete, unabhängige Indizes (je 1/5 Kapital) verteilen das Risiko — fällt ein Markt strukturell, verliert nur sein eigener Anteil.
Jede Zahl auf dieser Seite kommt aus einem nachvollziehbaren Backtest-Skript. Statt nur das Endergebnis zu zeigen, stehen unten alle 829 Einzeltrades und alle gesetzten Variablen offen — damit man Fehlannahmen selbst prüfen kann.
Die Mechanik
Zwei Regeln, keine Bauchgefühle. Jede Entscheidung basiert auf dem Kurs von gestern — nie auf einem Blick in die Zukunft.
Eine Aktie wird gekauft, wenn ihr Kurs relativ zu ihrem eigenen gleitenden 90-Tage-Durchschnitt (standardisiert als Z-Wert gegen die eigene Historie) über die Schwelle 2,0 steigt — und ein Kapital-Slot in ihrem Markt/Sektor frei ist. Jede Aktie wird an ihrem eigenen normalen Verhalten gemessen, nicht an einem globalen Maßstab.
Eine gehaltene Position wird verkauft, sobald ihr Score unter 0,0 fällt — deutlich niedriger als die Kaufschwelle. Diese Lücke (Hysterese) verhindert Sägezahn-Handel: erst ein wirklich abgeflachter Trend löst den Verkauf aus, nicht jedes kleine Zittern.
Kommt laufend vor — pro Markt gibt es nur 5 Kapital-Slots, aber oft mehr Kandidaten über 2,0. Regel: höchster Score zuerst. Alle Kandidaten werden nach Trend-Score absteigend sortiert, die stärksten belegen die freien Slots zuerst — begrenzt nur durch den Sektor-Deckel (max. 1-2 Aktien je Sektor, damit ein Markt nicht komplett aus einem einzigen Sektor besteht).
Ein "Marktwächter" (kein Neukauf, solange der Index unter seinem eigenen 200-Tage-Schnitt steht — die Regel, mit der auch Sesselmanns TSI6i-Dienst wirbt) wurde getestet. Er ist keine der beiden aktiven Regeln oben, sondern eine geprüfte und wieder verworfene Erweiterung: bei unserer Positionsgröße (5 Positionen/Markt) kostet er deutlich mehr Rendite, als er an Verlust-Schutz bringt (CAGR 17,0%→10,3% für kaum weniger Drawdown). Bei mehr, kleineren Positionen (8/Markt) wäre der Trade dagegen gut — n-abhängig, aktuell deshalb bewusst ausgeschaltet.
Die Streuung
Jeder Markt bekommt exakt 1/5 des Kapitals und läuft komplett unabhängig mit eigenen reservierten Slots — bewusst nicht US-lastig, inklusive echter Emerging-Markets-Beteiligung statt nur "der großen alten" Indizes.
Das Ergebnis
Aus 20.000€ Startkapital, deutsche Abgeltungssteuer (26,375%) direkt bei jedem gewinnbringenden Verkauf abgezogen — wie beim echten Broker (Quellenabzug), nicht erst gesammelt zum Jahresende. Laufender Verlustverrechnungstopf + jährlicher Sparerpauschbetrag (1.000€) inklusive, 15 Basispunkte Handelskosten pro Trade. Positionsgröße: immer 4% des jeweils aktuellen Gesamtkapitals.
"Echtes Buy&Hold" heißt: einmal kaufen, nie anfassen, am Ende verkaufen — nicht täglich zwischen den 5 Märkten umgeschichtet, das wäre real selbst laufend steuerpflichtig. Offene Vereinfachung: die 4%-Positionsgröße rechnet mit dem Einstandswert offener Positionen, nicht mit deren aktuellem Marktwert — unrealisierte Buchgewinne vergrößern neue Positionen also noch nicht, nur bereits realisierte Gewinne. Historische Simulation, Survivorship-Bias in den Aktien-Universen, keine Wechselkurs-Modellierung zwischen EUR/USD/INR/HKD.
Ehrlicher Blick auf die Gewinnquelle
73% des gesamten Bruttogewinns fielen in nur 3 der 9 Jahre an (2024–2026). Zwei mögliche Erklärungen, beide teilweise wahr:
Da jede Position 4% des aktuellen Kapitals ist, wachsen Positionsgrößen mit dem Depot mit: ~800€/Position 2017–2019 → ~1.900€/Position 2026. Reiner Compounding-Effekt, mechanisch erwartbar.
Nicht nur größer, auch treffsicherer: durchschnittliche Rendite pro Trade stieg von ~0–5% (2017–2023) auf 10–12% (2024–2025). Das ist kein reiner Größeneffekt — die Trades selbst liefen besser.
Der mit Abstand größte Einzeltrade (Pop Mart, Hang Seng, 2024–2025) allein trägt 21,7% des gesamten Bruttogewinns über 9 Jahre bei. Ohne diesen einen Trade wäre das Gesamtergebnis spürbar schwächer — echtes Konzentrationsrisiko, keine verlässliche Wiederholung.
Keine einzelne "KI-Blase" als Erklärung: die größten Einzeltrades verteilen sich auf sehr unterschiedliche Themen — Pop Mart/Labubu (Konsum-Hype China), Rheinmetall (dreifach, deutsche Rüstungsaktien nach 2022), Aixtron/Super Micro/Dell (Halbleiter- und KI-Infrastruktur), Newmont (Gold), Trent (indischer Einzelhandel). Das Signal hat mehrere unabhängige große Trends erwischt, nicht nur einen — reduziert das Klumpenrisiko, ersetzt es aber nicht: der Pop-Mart-Trade allein bleibt ein Ausreißer, auf den man sich nicht verlassen kann.
Nachvollziehbarkeit
Jede Zahl hier ist eine bewusste Annahme, keine Naturkonstante — genau deshalb offen aufgelistet.
| Trend-Fenster (Z-Score-Basis) | 90 Handelstage (~4,5 Monate) gleitender Durchschnitt + Standardabweichung |
| Kauf-Schwelle (entry_z) | Z-Score ≥ 2,0 |
| Verkaufs-Schwelle (exit_z) | Z-Score < 0,0 |
| Positionen pro Markt | 5 (max. 5 gleichzeitig gehaltene Aktien je Index) |
| Sektor-Deckel pro Markt | max. ⌈5 / Anzahl Sektoren⌉ Positionen je Sektor |
| Marktwächter (200-Tage-Regimefilter) | Deaktiviert (siehe Abschnitt "Logik") |
| Positionsgröße | 4% des jeweils aktuellen Gesamtkapitals (gepoolt über alle 5 Märkte) |
| Handelskosten | 0,15% (15 Basispunkte) pro Einstieg |
| Kapitalertragssteuer | 26,375% (25% Abgeltungssteuer + Soli, ohne Kirchensteuer) |
| Sparerpauschbetrag | 1.000 €/Jahr, Single-Veranlagung |
| Steuerabzug-Zeitpunkt | Sofort bei jedem gewinnbringenden Verkauf (Quellenabzug), nicht erst zum Jahresende |
| Verlustverrechnung | Laufender Verlusttopf, unbegrenzt über Jahresgrenzen hinweg, keine Rücksetzung |
| Startkapital | 20.000 € |
| Backtest-Zeitraum | 29.08.2016 – 28.08.2026 (8,9 Jahre) |
| Aktien-Universen | S&P 500 (503), DAX (40), MDAX (50), NIFTY 50 (50), Hang Seng (85) — jeweils aktuelle Indexmitglieder (Survivorship-Bias) |
Steuerabzüge
Steuer wird direkt bei jedem gewinnbringenden Verkauf abgezogen (Quellenabzug, wie beim echten Broker). Verluste landen sofort in einem laufenden Verlusttopf, der automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet wird — ohne Rücksetzung zum Jahreswechsel. Die Tabelle zeigt die Summe je Kalenderjahr.
| Jahr | Realisierter Gewinn/Verlust | Anzahl Trades | Gezahlte Steuer |
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Volle Transparenz
Jede einzelne geschlossene Position aus dem Backtest — Markt, Ein-/Ausstieg, Positionsgröße, Brutto-Ergebnis, Gebühr und Netto-Ergebnis. Sortierbar per Klick auf die Spaltenüberschrift, filterbar nach Markt und Ticker.
| Markt ↕ | Ticker ↕ | Einstieg ↕ | Ausstieg ↕ | Positionsgröße ↕ | Brutto ↕ | Gebühr ↕ | Steuer ↕ | Netto ↕ |
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